Vor ein paar Monaten habe ich auf die letzten Jahre zurückgeschaut. Und obwohl natürlich einiges passiert ist, hatte ich trotzdem dieses Gefühl: Ganze Sommer sind irgendwie vorbeigegangen, ohne dass ich so richtig sagen konnte, was eigentlich in dieser Zeit passiert ist. Es fühlte sich im Rückblick fast immer gleich an. Arbeit, Alltag, Wochenende und zack, war das Jahr auch schon wieder vorbei.
Es war kein schlechtes Gefühl per se. Aber bei längerem Nachdenken hat es mich schon irgendwie gestört. Läuft ab sofort jedes Jahr so ab, nur immer schneller und schneller? War das jetzt alles einfach nur Alltag?
Ich hatte das Gefühl, ein bisschen in einen Trott geraten zu sein und das fühlte sich ein wenig so an, die Kontrolle über mein Leben abgegeben zu haben.
Ich wollte wieder mehr bewusst gestalten, statt einfach nur durch die Wochen zu gehen. Der Impuls dafür kam überraschend – aus einer Podcastfolge über Vision Boards.
Der Impuls: Wann blühe ich auf? Was gibt mir Energie?
Irgendwann habe ich in einem Podcast wieder einmal vom Thema Vision Board gehört. Das Konzept war mir nicht neu – ich hatte schon öfter davon gehört. Aber wie das mit vielen Dingen so ist: Man findet die Idee gut, macht aber selbst nichts damit.
Kurz danach habe ich gemeinsam mit einer Freundin einen kleinen Workshop organisiert. In diesem Workshop ging es im Kern um eine einfache Frage:
Wann blühe ich auf? Was gibt mir Energie?
Mein Part im Workshop war ein kreativer Teil. Ich habe verschiedene Zeitschriften mitgebracht und die Teilnehmenden konnten Bilder ausschneiden, aufkleben, malen oder schreiben – alles, was ausdrückt, was sie erfüllt, ihnen wichtig ist oder Energie gibt.
Eine Rückmeldung ist mir besonders im Kopf geblieben. Eine Teilnehmerin sagte danach, dass sie durch diese Übung plötzlich gemerkt hat, was ihr eigentlich wirklich wichtig ist. Sie ging gerade durch eine schwierige Phase und habe schon lange kein Glück mehr gespürt. Deswegen sei sie zu dem Workshop gekommen. Durch diese einfache Übung habe sie eigentlich wieder gemerkt, dass sie das Gärtnern total vermisst. Und dass sie eine riesige Motivation verspürt, jetzt etwas zu verändern und mehr von diesen Dingen in ihr Leben zu holen.
Das hat mich wirklich total berührt. Und gleichzeitig habe ich mich gefragt: Warum mache ich das eigentlich nicht selbst auch?
Einfache Anleitung für ein Vision Board
Also habe ich mich auf die Suche gemacht, wie ich mein eigenes Vision Board gestalten könnte.
Als ersten Schritt habe ich mir ein paar Kategorien überlegt, die für mein Leben wichtig sind.
Kategorien:
- Kreativität
- Geld & Finanzen
- Berufliche Erfüllung
- Familie & Freundschaft
- Gesundheit & Fitness
- Spritualität
- Partnerschaft & Liebe
- Wohnen & Wohnort
- Abenteuer & Freizeit
- Engagement & Sinn
Dann habe ich mir eine gar nicht so einfache Frage gestellt:
Wie soll mein Leben in 10 Jahren aussehen?
Zehn Jahre sind natürlich eine lange Zeit. Und ehrlich gesagt war es gar nicht so leicht, sich das konkret vorzustellen. Aber die Kategorien haben mir geholfen, meine Gedanken ein bisschen zu sortieren. Man kann den Zeitraum natürlich unterschiedlich lang gestalten, zum Beispiel für das nächste Jahr.
Das Vision Board gestalten – physisch oder digital?
Ich habe mein Vision Board schließlich digital erstellt. Ich persönlich bin ein sehr visueller Mensch, deswegen hat mir dieser Prozess richtig Spaß gemacht. Es gibt aber auch einige tolle Plattformen, bei denen man sich aus vielen schönen (und vor allem kostenlose) Vorlagen etwas aussuchen und für sich anpassen kann.
Ich habe für jede Kategorie nach Bildern gesucht, die zu meinem Input passten und etwas in mir auslösen. Bilder, bei denen ich sofort merke: Das fühlt sich nach mir an – da freu ich mich drauf!
Stück für Stück hat sich daraus mein Vision Board zusammengesetzt.
Am Ende habe ich es ausgedruckt – ganz unkompliziert in einem Drogeriemarkt – und jetzt hängt es bei mir zu Hause im Schlafzimmer. Damit ich es jeden Tag dort sehe!
Was sich dadurch verändert hat
Natürlich verändert ein Vision Board nicht über Nacht das ganze Leben. Aber es hat mir etwas anderes gegeben: eine Richtung.
Wenn ich heute darauf schaue, erinnert es mich daran, was mir wichtig ist. Es motiviert mich, Dinge auszuprobieren, die ich vielleicht sonst wieder aufgeschoben hätte. Und seitdem das Vision Board da hängt sind schon so viele coole Dinge passiert!
Zehn Jahre sind natürlich eine lange Zeit und vieles wird sich sicher anders entwickeln als gedacht.
Aber genau darum geht es eigentlich gar nicht.
Für mich war das Vision Board vor allem eine Möglichkeit, mir wieder bewusst zu machen:
- Was mir gut tut
- Was mir Spaß macht
- Und welche Richtung ich meinem Leben geben möchte
Und allein dieses Bewusstsein fühlt sich schon richtig gut an. Es fühlt sich so an, als könne ich endlich wieder aktiv mein Leben mitgestalten. Das ist eine gute Erinnerung, denn das vergisst man im Wust des Lebens manchmal 🙂

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